Stabilität, Flexibilität und Feuerkraft – Das 4141 !

Das System verdient Aufmerksamkeit. Häufig wird gerne das 433 und das 4231 als die Universaltaktiken hervorgehoben, welche viele Spieler befolgen und nutzen. Ich hatte zum Jahreswechsel viel mit dem 4141 herumgespielt und immer mehr meine Liebe zu dem System entdeckt. Ich möchte euch hier gerne meine Variante und Interpretation vorstellen. Das Schöne an dem System ist, dass es sich vor allem auch für unterklassige Vereine und Relegationskandidaten eignet, vor allem als starkes Kontersystem. Die eigentliche Stärke aber ist die Vielseitigkeit, so lässt sich locker auch ein schnelles Kurzpassspiel oder ein geduldiges System mit viel Ballbesitz daraus basteln. Folgt mir in die Varianten und Analyse dieses sehr stabilen Systems.

Die Idee

Wie oftmals erwähnt, sei es in meinen YouTube – Guides oder den Artikeln hier, ist die Formation auf dem Bildschirm die defensive Ausrichtung der Mannschaft, also die Position der Spieler ohne Ballbesitz. Nun vergleichen wir einmal das 4231 und das 4141 unter diesem Gesichtspunkt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim 4231 sind 4 Spieler weit vorne aufgerückt, beim 4141 präsentiert sich das System mit einer stabilen Bank von 4 Spielern im Mittelfeld. Das erklärt schon die häufigsten Probleme mit dem 4231: Die weit aufgerückten Spieler sind ein Angriffspunkt für hohe, lange Bälle und schnelle Kontertaktiken. Das 4141 hingegen bleibt defensiv sehr stabil, um dann in der Offensive blitzschnell umzuschalten und dann eher so auszusehen:

Die Spieler rücken aktiv aus ihrer defensiven Ausrichtung nach vorne. Jedoch ist die defensive Staffelung eine ganz andere: Zwei stabile Reihen von jeweils 4 Spielern, im Zwischenraum ein defensiver Organisator und davor ein Allrounder im Sturm. Wir bekommen also eine ähnliche Feuerkraft wie beim 4231 hin, ohne dessen große Schwäche in der Defensive einzukaufen. Die Spieler orientieren sich von Natur aus in einer tieferen, mittleren Bank, anstatt aus dem offensiven Bereich nach hinten zu arbeiten, was sowieso nicht jeder Spieler macht. Stattdessen greifen wir aus einer tiefen Position an und verunsichern somit den Gegner noch mehr, da wir mehr Raum vor uns nutzen können und somit mehr Möglichkeiten haben. Wichtig ist das offensive Mittelfeld. Hier fehlt uns ein Mann, der den Raum ausnutzt und füllt, dementsprechend muss viel Bewegung um diesen Raum stattfinden und ausgenutzt werden.

Erreicht wird dieses durch einen Stürmer, welcher sich zurückfallen lässt und diesen Raum mit Leben füllt und durch Mittelfeld- sowie Flügelspieler die nach vorne vorstoßen bzw. nach innen ziehen. Das macht das Leben für die gegnerische Defensive schwer, da immer wieder 4 bis 5 Spieler diesen Raum beanspruchen können und so eine Zuordnung erschwert wird.

Die Rollenverteilung

Der Sturm

Schauen wir uns zunächst den Sturm an. Ein kompletter Stürmer, analog zu meiner Analyse zu den einzelnen Stürmerrollen sind hier auch andere Spielertypen möglich. Ihr braucht einen eifrigen Spieler, der sich Bälle erarbeitet, auch zurückfallen lässt. Sonst lässt er sich nicht ins Spiel einbinden und durch gekonnte Manndeckung abschneiden. Ein Knipser oder Stoßstürmer wird Schwierigkeiten bekommen und verhungern, sofern ihr keine herausragenden Vorlagengeber in den Reihen dahinter habt. Ein physisch starker Spieler der lange Bälle behaupten und mit dem Rücken zum Tor spielt wäre hier eine gute Variante. Oder ein schneller Dribbler, der den Raum durch Bewegungen mit und ohne Ball nutzt.

Das Mittelfeld

Es folgt das Mittelfeld. Ich entschied mich für einen Spielmacher und einen Flügelspieler auf den Außenpositionen. Der Spielmacher links schneidet dabei immer wieder mittig rein und nutzt die offene 10er Position, ist gleichzeitig aber auch torgefährlich. Generell interpretieren hier die verschiedenen Spielertypen diese Rolle ganz anders, aber ich wünsche mir einen kompletten Spieler, der auch dribbeln kann, Torgefahr ausstrahlt, anstatt den reinen Vorlagengeber. Die anderen Rollen sind mir für diese Aufgabe zu eindimensional gehalten.

Es folgt der MZ-A, als angreifender Spieler aus der Tiefe. Ich stelle mir hier einen tiefstehenden Schattenstürmer vor, der aus dem Raum nach vorne prescht, den freien Raum des offensiven Mittelfelds nutzt und selber Torgefahr ausstrahlt oder Raum für den kompletten Stürmer schafft. Hier eignen sich auch häufig offensive Mittelfeldspieler die man einfach umlernt.

Daneben dann der Box-to-Box Spieler. Das Arbeitstier, welcher das Wasser für die offensiven Mittelfeldspieler trägt. Ein MZ – Un kann hier auch gut funktionieren, wer es zweikampforientiert mag greift direkt zum BeM mit all seinen Vor- aber auch Nachteilen.

Auf der anderen Seite dann ein klassischer Flügelspieler im modernen Sinne. Nach vorne preschen, auf das Tor zu jagen oder die Flanke spielen. Der Spieler muss zum restlichen Team besonders gut passen und einblenden. Habt ihr einen Flügelflitzer der immer wieder bis zur Außenlinie hochjagt, aber einen 1.70m Stürmer der nichts mit den Flanken anfangen kann, läuft was verkehrt. Da wäre es sinniger, einen Flügelspieler mit der bevorzugten Spielweise des „Einschneidens“ zu wählen, um so einen nach innen ziehenden Angreifer zu simulieren. Wahlweise kann man auch hier direkt mit einem äußeren Mittelfeldspieler losschlagen, aber ich mag die Breite, die der Flügelspieler initial schafft, bevor er nach innen zieht oder bis zur Außenlinie hochgeht.

Die Abwehr

Die Abwehrreihe verwendet zwei ganz einfache Innenverteidiger. Die Flügelspieler richten sich nach den Flankenspieler vor Ihnen: Links der komplette oder “normale” Flügelverteidiger, aber auf Angriff, um den freien Raum zu nutzen, den der weite Spielmacher von außen vor ihm bietet und so die Flanke bespielen kann. Auf der anderen Seite der „Standard“-Außenverteidiger, der hinter dem Flügelspieler eine weitere Anspielstation bietet, aber nicht zu weit nach vorne prescht und eher harmlos den Rücken freihält. Experimentierfreudige Zeitgenossen können hier auch mal gerne den invertierten Kollegen wählen und so noch eine Anspielstation mehr im Mittelfeld schaffen.

Vor der Abwehrreihe dann noch zum Abschluss der universelle, defensive Mittelfeldspieler. Dieser soll den Ballbesitz verwalten, erste Angriffe vielleicht selber einleiten aber nicht mit kreativen Aufgaben überlastet werden. Auch hier sind viele Variationen möglich und wer gerne noch eine kreative Schnittschnelle schaffen will, beispielsweise für eine Ballbesitz – oder Kontertaktik, der kann den tief stehenden Spielmacher mobilisieren. Dafür opfern wir jedoch meist etwas defensive Stabilität, kann sich aber bei spiel- und zweikampfstarken Kreativen lohnen, denn diese leiten Konter mit gezielten, tödlichen Pässen meist direkt aus dem Ballgewinn heraus ein.

Instruktionen

Wie im ersten Absatz erwähnt, handelt es sich hier um eine flexible Taktik. Als Beispiel zwei Varianten. Eine für eine konterlastige Ausrichtung, die andere für eine zügige Angriffstaktik im Kurzpassstil. Doch das sind nicht die einzigen Möglichkeiten. Mit der richtigen Balance an Rollen und Instruktionen kann man aus dieser schönen Formation heraus, vielfältige Spielarten zaubern.

Die Kontertaktik würde ich persönlich mit einem tiefstehenden Spielmacher spielen, weil dieser die erwähnten schnellen Konter ermöglicht, durch den einen, tödlichen Pass. Allerdings gibt es hier den Nachteil dass die Spieler diesen Mann besonders häufig suchen werden und somit auch Tempo verloren gehen kann, anstatt dass der Innenverteidiger doch den langen Ball auf den Flügelspieler spielt und den Umweg über den Spielmacher sucht.

Und hier noch die offensive Variante mit mehr Risiko und Zug zum Tor und Ballgewinn, welcher sich für laufstarke Mannschaften eignet, die sowohl offensiv als auch defensiv Schaden anrichten können. Der Fokus liegt hier auf schnellem Kurzpassspiel, ohne große Ballverluste, allerdings kann man sich hier austoben und noch fleißig an den Instruktionen schrauben, um den eigenen Offensivstil leben zu können.

Fazit

In der Summe ist das 4141 ein variables System, welches sich durch den richtigen Mix an Rollen und Instruktionen in viele verschiedene Taktiken morphen lässt und somit auch mitten in der Saison einen Startegiewechsel ermöglicht. Viele Bewegungsabläufe und Positionierungen lassen sich über Rollen- und Mentalitätswechsel erreichen ohne das große Konzept umzustoßen.

Wie sind eure Erfahrungen mit diesem System ? Habt ihr es schon mal ausprobiert ? Wenn nicht, dann legt los und lasst euch inspirieren ! Viel Spaß !

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8 Kommentare

  1. Erst einmal muss ich sagen, dass es wie immer ein sehr guter Beitrag von deiner Seite aus ist. Da du ja auch gerne von Erfahrungen mit dem System wissen wolltest:

    Ich spiele in meinem Milan-Save ein recht ähnliches 4-1-4-1 auf Standard, allerdings very fluid/sehr dynamisch. Die TIs sind: „Close Down More“, „Prevent Short GK Distribution“, „Push Higher Up“, „Pass Into Space“ und „Play Out of Defence“.

    Meine Aufstellung besteht aus:

    GK(d)
    FB(s) – CD(d) – CD(d) – FB(a)
    DM(d)
    W(a) – AP(a) – RPM(s)- WM(a)
    CF(s)

    Mein WM(a) hat die Anweisungen „Cut Inside With the Ball“ und „Dribble More“. „Cross Less Often“ habe ich weggelassen, da Adam Ounas beidfüßig ist und sowohl gut abschließen, als auch gut flanken kann.
    Das System hat mich mittlerweile zu zwei Serie A-Titeln in Folge (mit Milan), 2 Supercoppas und zwei Halbfinalteilnahmen in der Champions League gebracht und ist sowohl defensiv als auch offensiv hervorragend.
    Im Grunde entstand es aus der Idee, ein wenig wie Real Madrid zu spielen, wenn Casemiro mit auf dem Feld steht.

    • Sehr spannend. Mir gefällt am 4141 dass man mit wenigen Veränderungen soviel rausholen kann. Das sieht man an deinem System, was sich wieder ganz anders anfühlt als meine Interpretation.

  2. Ich komme mit dem System leider nicht gut zurecht, hab es mit Bayern probiert. Nach hinten offen wie ein Scheunentor, nach vorne ging nicht viel. Habe wieder auf deine Atletico Madrid Taktik vom FM16 umgestellt, die funktioniert auch im FM17 wunderbar und ich liege pro Saison unter 10 Gegentoren^^

  3. Oh Gott mein Alptraum, da ist er wieder – CAPTCHA
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    Ich werde mir die Taktik wohl anhand der Hardcopys aus dem Text, zu Fuss erstellen. Diese Download Seite hat mich jetzt genug genervt. Trotzdem vielen Dank für die Anregung. Das 4-1-4-1 ist einen Versuch wert.

  4. Kurze Ergänzung:
    Mit Firefox und dem verwendeten Addon Noscript hat der Download leider nicht funktioniert. Ich habe es mit einem anderen Browser noch einmal versucht. Dort funktionierte der Download im ersten Versuch.
    Aber CAPTCHA und ich werden trotzdem keine Freunde 🙂

  5. Hab jetzt mit Villareal eineinhalb Saisons durchgezogen und sowohl die Konter- als auch die Offensivtaktik gespielt.
    Die Offensivtaktik, die ich meistens gespielt hab, funktioniert hervorragend gegen gleichwertige und schwächere Teams, obwohl es auch da ab und zu mal einen Ausrutscher gab. Gegen die starken Teams wie Real, Valencia oder Barca ging da überhaupt nix…ab und an mal ein Unentschieden.
    Wenn ich gegen die starken Mannschaften die Kontertaktik genommen habe, wurde ich von der ersten Minute an hinten eingeschnürt und hab kaum einen Schuss aufs Tor abgegeben.
    Gleiches war zu beobachten, wenn ich nach einer Führung auf die Kontertaktik umgestellt hab…meistens kamen die Gegner dann richtig in Fahrt! Da hab ich noch nicht wirklich ein Rezept gefunden.
    Wenn ich merke, dass ich zuviel Ballbesitz habe, stelle ich gerne auch auf variables Pass-Spie um, da kommen dann mehr Spielzüge aufs Tor.
    Generell ist mir in diesem System der komplette Stürmer etwas zu abgeschnitten von der Mannschaft, gerade bei Kontern merke ich immer wieder, dass er den Ball erst kurz hinter der Mittellinie aufnehmen muss und dann auf die Flügel verteilt. Für meinen Geschmack ist das für einen Stürmer zu tief hinten, da fehlt mir irgendwie die Bindung zum Mittelfeld, was ich meist mit einem vorgeschobenen Spielmacher zu kompensieren versuche.

    @Saris: auch ein interessanter Ansatz, den ich gleich mal testen werde, Danke!
    Bilanz nach dieser letzten vollen Saison: 4 Platz hinter Valencia,Real und Barca (punktgleich) und Halbfinale der Europa League! Nicht schlecht, aber sehr frustrierend, dass man gegen die großen drei nicht anstinken kann, egal mit welchem System man spielt. 🙂
    Mal wieder ein sehr interessanter Thread übrigens, Danke dafür!!

  6. Mich würde nochmal deine Meinung interessieren, was die Flügelspieler in der ZM-Stata angeht.
    Du schreibst ja hier, dass der Screen die defensive Ausrichtung darstellt und somit entsprechend das 4-1-4-1 eher die realen 4-3-3 bzw. sogar 4-2-3-1 darstellt. Das ist soweit auch alles für mich verständlich/macht für mich Sinn.
    Nun aber mein „Problem“: Seitdem ich im FM17 meine Flügel im ZM-Bereich auflaufen lasse, fällt meine Leistung gegen defensiv stehende Gegner sehr stark ab.
    Konntest du das auch feststellen? Sind die Flügel im ZM-Bereich in der Offensive wirklich gleichwertig zu denen im OM-Bereich, wenn man den Wide Midfielder entsprechend anpasst (Raumdeuter, Inside Forward, etc.)?

  7. Hallo Joey,

    ich würde gern mal wissen, wie du die Aufstellung (im FM18) wählen würdest bzw. was du davon hältst, wenn das System als 4-4-2 mit Schattenstürmer und falscher Neun gespielt wird? Diese Kombination finde ich zu genial und würde gern einmal deine Gedanken dazu erfahren.

    Wie würdest du das Mittelfeld und die Abwehr staffeln?

    LG

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